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De-Mail: Muss das sein? Besteht eine De-Mail-Pflicht?

Gepostet am 15. April 2014 von Ioannis Dimas in „Know-How“ Kommentare 5

Ioannis Dimas

E-Mail-Anbieter (Service Provider) und weitere Portale bieten den Dienst De-Mail Privatkunden kostenlos an, verdienen aber ihr Geld durch Firmenkunden, die sich oftmals verpflichtet fühlen, De-Mail einzusetzen. Das Thema De-Mail rauscht zurzeit durch den Mediendschungel und es kann im ersten Moment durchaus der Eindruck entstehen, dass hier wieder Mal viel Rauch um Nichts gemacht wird.

Welche Vorteile bringt De-Mail mit sich?

Allerdings muss man die Frage, ob man als Privatperson bzw. Unternehmen De-Mail einsetzen sollte, etwas differenzierter betrachten. Sinnvoll ist der Dienst sicherlich unter dem Gesichtspunkt, dass damit endlich sichergestellt werden kann, dass die Authentizität der Kommunikationspartner (Sender & Empfänger) eindeutig ist. Den Nutzern stehen – neben der grundsätzlich TLS-verschlüsselten Kommunikation – zusätzlich weitere Sicherheitsfunktionen zur Verfügung:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (bisher auch ohne De-Mail möglich und nicht originärer Standard)
  • Inhalte können signiert werden

Gesetzlich geregelt wurde bisher im De-Mail-Gesetz,

  • welche Mindestanforderungen für einen sicheren elektronischen Nachrichtenaustausch gestellt werden,
  • die Eigenschaften von De-Mail:
    • Verschlüsselung
    • die sichere Identität der Kommunikationspartner und
    • die Nachweisbarkeit (Versand-/Eingangsnachweis der De-Mails)
  • Zulassungsverfahren der Anbieter und
  • Prüfverfahren der Anbieter


Der Dienst De-Mail ist für Bürger freiwillig. Die Übermittlung durch Firmen und Behörden ist nur dann zulässig, wenn der Empfänger hierfür einen entsprechenden Zugang eröffnet hat.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass, wenn ein solches Konto eröffnet und genutzt wird, dann auch die Pflicht besteht, als Besitzer dieses Konto regelmäßig einzusehen. Denn eingelieferte Dokumente können Fristen unterliegen und diese Fristen können ab der Zustellung laufen.

Eine kleine Anmerkung am Rande:

In den letzten Tagen wurden gehäuft Unternehmen von einem Anbieter telefonisch kontaktiert und auf eine gesetzlichen Verpflichtung zur De-Mail-Nutzung hingewiesen. Diese Angebote sind jedoch nicht seriös, da die Pflicht zu De-Mail auch für Unternehmen nicht besteht. Nur in wenigen Fällen kann es für Unternehmen sinnvoll sein, ihre E-Mails über De-Mail abzuwickeln, nämlich zum Beispiel dann, wenn diese die E-Mail als Ersatz für die Briefpost verwenden.


Haben Sie weitere Fragen?

Bei Fragen rund um das Thema De-Mail und sichere Verschlüsselung im E-Mailverkehr, freuen wir uns über Ihre Nachfrage und stehen Ihnen gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

 

Tags dieses Beitrages: DE-Mail, EU-Recht, Verschlüsselung
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Bisherige Kommentare

Kommentar von Thomas Koch |

Guter Beitrag! Chapeau! T.

Antwort von Ioannis Dimas

Vielen Dank! :-)

Kommentar von Wenske Jo |

Interessant, vielen Dank für die Ausführungen.
Aktuell warb bei uns ein großer Provider auf sehr aufdringliche Art für DE-Mail. Argumentation, wenn man sich nicht eine DE-Mail-Adresse reserviert, könnte ja jeder in unserem Namen Mails versenden.

Kommentar von Dietmar Werder |

Eben hat mich *** angerufen und mir erklärt, ich m ü s s e diesen Vertrag über DE Mail wegen des entsprechenden Gesetzes abschliessen. Er wollte sogleich sein Band einstellen und die Bestellung wiederholen. Diese Verkäufer sollte man als Anbieter in die Wüste schicken. Damit macht man mehr kaputt als heile. Da hilft nur eines: sofort auflegen.

Antwort von Sebastian Leitz

Aus rechtlichen Gründen mussten wir den Namen des entsprechenden Anbieters leider unkenntlich machen. Das Thema scheint allerdings nach wie vor aktuell zu sein, danke für Ihr Feedback!

Kommentar von Udo Terschanski |

Vielen Dank für die übersichtliche Info. Anrufe mit dem Hinweis auf das DE-Mail-Gesetz erreichten mich auch schon. Das Callcenter formuliert den Sachverhalt entsprechend dramatisch und stellt die kostenpflichtige Maßnahme als neue gesetzliche Pflicht dar.

Kommentar von René Nottrodt |

Auch ich wurde gerade von dem Provider *** angerufen und es wurde auf eine Pflicht hingewiesen.
Traurig kann ich nur sagen

Antwort von ETES GmbH

Aus rechtlichen Gründen mussten wir den Namen des entsprechenden Anbieters leider unkenntlich machen.

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