Registrieren oder nicht registrieren?

von Sandra Schwarzer (Kommentare: 0)

Regulierung von XMPP-Clients durch das Telekommunikationsgesetz

Eine große Wahl scheinen die Entwickler von XMPP-Clients nicht zu haben. Die Bundesnetzagentur hat jetzt hunderte von Unternehmen angeschrieben mit der Aufforderung sich als Betreiber eines Telekommunikationsdienstes zu registrieren. Nach eigenen Angaben will die Agentur mit diesem Schreiben nur klären, ob die Software im Rahmen des Telekommunikationsgesetzes einer Meldepflicht unterliegt oder nicht. Jedoch liest sich die Aufforderung zur Registrierung, mit einem fettgedruckten Datum, nicht unbedingt als hätte man eine Wahl.
Publik wurde die Aktion der Agentur durch den Twitteraccount von Redsolution. Dieser twitterte etwas sprachlos wie er denn bitte erklären soll, dass es sich bei einem XMPP-Client nicht um einen Dienst handelt sondern um eine clientseitige Software. Um diesen effektiv nutzen zu können greift der Client auf einen Server (=Dienst) zu.Dabei sind die XMPP-Clients auch nur als eine Art Kommunikationswandler wie das Telefon zu sehen. Hier stellt sich die Frage, ob es für jeden Telefonhersteller eine Registrierungspflicht als Dienst bei der Bundesnetzagentur gibt oder ob nur der eigentliche Dienstanbieter wie beispielsweise die Telekom sich registrieren muss.
Die Bundesnetzagentur versucht die Client-Komponente als einen Dienst zu interpretieren, dabei ist die Komponente ohne den Server „nicht viel wert“. Bei dieser Betrachtungsweise müsste man auch Mail-Clients wie Thunderbird, Outlook oder Ähnliche zu einer Registrierung auffordern. Bekannt ist lediglich, dass Gmail zu einer Registrierung im Jahr 2015 aufgefordert wurde. Grund für die berechtigte Aufforderung ist, dass Google selbst Server zur Verfügung stellt, die diesen Dienst ermöglichen.
Nach eingehender Betrachtung ist nicht ganz klar, welche Beweggründe hinter der Aufforderung der Bundesnetzagentur stecken. Abschließend stellt sich daher die Frage ob man tatsächlich die Client-Software regulieren sollte oder lieber die Server-Software als zentrale Komponente?

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